FDP Bad Homburg veröffentlicht Wahlprogramm 2026: „Bad Homburg verdient Vernunft.“

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Die FDP Bad Homburg hat ihr Wahlprogramm für die Kommunalwahl 2026 vorgestellt. Unter dem Leitgedanken „Bad Homburg verdient Vernunft“ setzt die FDP klare Schwerpunkte bei Finanzen, Verkehr und der Zukunft der Stadt – und formuliert den Anspruch, die Stadt wieder stärker bürgerlich-liberal zu gestalten.

„Bad Homburg vor der Höhe ist und bleibt eine liberale Stadt“, erklärt Tim Hordorff, Ortsvorsitzender und Spitzenkandidat. „Hier leben Menschen, die Eigenverantwortung, Leistung und Maßhalten schätzen. Genau dieses Lebensgefühl – dieses Bad-Homburg-Gefühl – wollen wir bewahren und stärken: eine Stadt mit Qualität, Tradition und einem Anspruch, der über dem Durchschnitt liegt.“

Gleichzeitig übt die FDP deutliche Kritik an der Bilanz der vergangenen Jahre. „Zehn Jahre Schwarz-Rot sind zehn Jahre zu viel“, so Hordorff. „Diese Koalition hat zu oft teuren Scheinlösungen geschaffen, aber zu selten zukunftsorientiert gestaltet. Das Ergebnis sehen wir heute: steigende Schulden, unnötige Investitionen, hohe Risikobereitschaft für den kurzfristigen Presseerfolg und ein schrumpfender Spielraum für das wirklich Notwendige.“ Dass es überhaupt zu dieser Konstellation kam, sei ein politischer Sonderweg: „Kein bürgerlicher Wähler wollte, dass Bad Homburg schwarz-rot regiert – zumal es in unserer Stadt seit 10 Jahren eine bürgerliche Mehrheit gibt. Wer ein bürgerliches Bad Homburg will, braucht die FDP als Teil der Regierung.“

Solide Finanzen: Verantwortung vor Verschwendung

Im Mittelpunkt des Programms steht eine klare finanzpolitische Linie: keine Steuererhöhungen, keine Gebührenspirale und eine harte Priorisierung der Investitionen. „Eine Stadt kann nur gestalten, wenn sie handlungsfähig bleibt“, betont Hordorff. „Wenn Rücklagen schmelzen und Schulden steigen, hilft kein Wunschzettel. Dann braucht es Vernunft, Kontrolle und Ehrlichkeit.“

Die FDP fordert unter anderem jährliche Effizienz- und Ausgabenprüfungen, eine konsequente Aufgabenkritik sowie eine transparente Darstellung von Folgekosten großer Projekte. Dabei verweist die FDP auch auf konkrete Erfolge aus der Opposition: „Wir haben den Druck gemacht, damit die Grundsteuerreform in Bad Homburg nicht zu Lasten der Bürger umgesetzt wird“, so Hordorff. „Und wir haben dafür gesorgt, dass nach einer unnötig extremen Erhöhung die Parkgebühren wieder gesenkt wurden. Das zeigt: Opposition kann wirken – wenn man dranbleibt.“

Verkehr: Mobilität ermöglichen statt blockieren

Ein zweiter Schwerpunkt ist die Verkehrspolitik. Die FDP positioniert sich klar gegen eine Politik, die Verkehr vor allem über Einschränkung steuern will. „Bad Homburg ist Pendler-, Wirtschafts- und Einkaufsstadt. Mobilität ist Lebensader, keine Zumutung“, sagt Hordorff. „Wir stehen für fließenden Verkehr, leistungsfähige Hauptachsen und eine Verkehrspolitik ohne ideologischen Kulturkampf.“

Die FDP will unter anderem intelligente Ampelschaltungen, ein modernes Parkleitsystem, fairere Parkgebühren und eine konsequente Stärkung von Süd- und Ostring – inklusive einer Perspektive auf die Anbindung an die A5. Beim Radverkehr setzt die FDP auf sichere Verbindungen abseits der Straße entlang attraktiver Grünachsen. Der ÖPNV soll flexibler und digitaler werden, etwa durch On-Demand-Angebote statt leerer Busse auf Nebenstrecken und Echtzeit-Informationen für Fahrgäste.

Besonders deutlich ist die FDP bei der U-Bahn-Verlängerung. „Den Bürgerentscheid von 2018 respektieren wir. Aber er war an Bedingungen geknüpft: gesicherte Finanzierung, klare Förderzusagen, ein nachweisbar positives Nutzen-Kosten-Ergebnis“, so Hordorff. „Heute sind die prognostizierten Kosten um fast das Dreifache überschritten, Förderzusagen liegen nicht verlässlich vor und die Haushaltslage ist schlechter als 2018. Unter diesen Bedingungen können wir doch nicht guten Gewissens so viel Geld in die Hand nehmen – erst recht nicht, wenn dadurch langfristig andere zentrale Investitionen blockiert werden könnten.“

Kurhaus: Ja – aber bezahlbar, transparent und mit liberalem Finanzierungskonzept

Ein zentraler Baustein des Programms ist die Zukunft des Kurhaus Bad Homburg. Die FDP spricht sich klar dafür aus, das Kurhaus zukunftsfähig aufzustellen – verbindet das aber mit einer strikten Finanzlinie. „Wir sind für das Kurhaus – aber nur, solange es bezahlbar ist“, betont Hordorff. „Die Menschen in Bad Homburg dürfen nicht am Ende die Zeche zahlen, weil Politik sich in Prestige verliert.“

Dabei setzt die FDP auf ein Modell mit privater Beteiligung und nennt ausdrücklich die Rolle der Spielbank Bad Homburg. „Die Idee, die Spielbank als Ankermieterin und Baustein der Finanzierung einzubinden, ist eine liberale Idee. Sie löst das Dilemma zwischen Stillstand und Vollfinanzierung aus Steuermitteln“, so Hordorff. „Entscheidend ist: volle Transparenz über Kosten, Verträge und Risiken – und ein Konzept, das die Stadt handlungsfähig hält.“

Wirtschaft stärken: neue Unternehmen, neue Flächen, schnellere Verfahren

Neben Finanzen und Infrastruktur setzt die FDP einen Akzent auf die wirtschaftliche Entwicklung. „Bad Homburg braucht wieder mehr Mut zur Ansiedlung neuer Firmen“, sagt Hordorff. „Wir dürfen nicht davon leben, was früher einmal war. Wir brauchen Wachstum, das die Einnahmebasis stärkt – und dafür auch Flächen und Tempo in der Verwaltung.“ Die FDP befürwortet die Ausweisung neuer Gewerbeflächen und die Weiterentwicklung bestehender Gebiete, verbunden mit digitalen, schnellen Genehmigungsverfahren.

Weitere Themen wie Digitalisierung der Verwaltung, Sicherheit durch Präsenz und moderne Notruflösungen, sowie ein vernünftiger, finanzierbarer Klimaschutz werden im Programm ebenfalls adressiert – jedoch ohne Symbolpolitik und ohne unrealistische Zielmarken. Beim Thema Wohnungsbau wird die FDP besonders klar: „Der geplante Kauf des alten Kreiskankenhausareal ist ein Fehler. Die Zeiten sprudelnder Kassen ist vorbei. Die Stadt ist kein Bauträger, das sollte sie auch niemals sein. Private Investoren bauen schneller, günstiger und effektiver ohne Steuermittel zu gefährden, die hart arbeitende Menschen jeden Tag verdienen.“ Aus sicher der Kurstadtliberalen geht Wohnunsgbau am besten durch private Investitionen und durch Nachverdichtung, auch wenn es an der einen oder anderen Stelle mal wehtun mag. 

„Unsere Kassen sind leer. Wer den Menschen nicht die Wahrheit sagt und dazu steht, mag zwar kurzfristig beliebt sein, jedoch langfristig Bad Homburgs Zukunft gefährden. Kostenlose Kindergartengebühren, Sozialprogramme, Kulturstandort, Kurhaus und vieles mehr macht. All das macht Bad Homburg aus. Aber leisten können wir uns vieles davon lange nicht mehr. Es muss sich was verändern, sonst bricht es irgendwann zusammen“, so Hordorff.

Starkes Team, starke Präsenz vor Ort

Die FDP tritt mit einer „diversen, engagierten Liste aus 38 Kandidatinnen und Kandidaten“ an und kandidiert in allen sieben Ortsbeiräten. Die ersten zehn Plätze belegen: Philipp Herbold, Maxima Trabert, Dr. Rudolf Pietzke, Erik Plumpe, Angelika Vollrath-Kühne, Achim Klüber, Dr. Tobias Nägle, Lutz Goldammer und Dr. Stefan Heß.

Hordorff fasst zusammen: „Wir wollen, dass Bad Homburg wieder nach vorne schaut – mit soliden Finanzen, funktionierendem Verkehr und einer Zukunft, die die Stadt nicht finanziell überfordert. Bad Homburg ist und bleibt eine liberale Stadt. Das muss auch im Rathaus angekommen, denn Bad Homburg verdient Vernunft.“